DFS verhängt Flugverbot aufgrund des Vulkanausbruchs in Island. Die Sperrung des Luftraums wird die Airlines laut IATA Millionen kosten. Der Ausbruch des Eyjafjallajökull sorgt mit seiner Asche-Wolke für Gewinnausfälle, sinkende Aktienkurse und schwitzende Vorstandsvorsitzende.
Das über weite Teile Europas verhangene Flugverbot kostet die Fluggesellschaften nach Angaben der IATA über 200 Millionen Dollar täglich. Sollten die Behinderungen über mehrere Wochen andauern und somit die Lieferketten von Fabriken bedrohen, droht eine extreme Verlangsamung der Erholung Europas von der Wirtschaftskrise. Erste Einschätzungen der Vulkanologen ergaben, dass die Asche-Wolke vor allem den nordeuropäischen Flugverkehr bis zu sechs Monate beeinträchtigen kann, sollte der Ausbruch andauert. Die Fluggesellschaften trifft der Ausbruch des isländischen Vulkans empfindlich. Bereits am Freitag den 16. April 2010 zeichneten sich bei börsennotierten Touristikunternehmen deutlich abfallende Aktienkurse ab, die nach Meinung von Börsen-Experten unmittelbar dem Flugverbot anzulasten sind.
Reiseveranstalter wie die TUI müssen ihren Kunden die Reisepreise voll erstatten. Nicht immer ist es den Veranstaltern möglich Alternativen für die ausgefallenen Reisen zu finden. Auch die Kosten für weitere Übernachtungen der im Ausland festsitzenden Kunden müssen viele Reiseunternehmen aus Kulanz bezahlen. Die dadurch entstehenden Kosten sind immens, ein totales Verlustgeschäft droht.
Flughafenverband IATA rechnet mit Milliarden-Verlusten
Die enormen negativen wirtschaftlichen Auswirkungen auf die deutschen Flughäfen machen sich schon jetzt durch den massiv gestörten Luftverkehr bemerkbar. Ralph Beisel, seines Zeichens Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, bestätigte in einem Interview: „Der Vulkanausbruch wird den deutschen Flughäfen täglich Verluste in Millionenhöhe bescheren.“ Er fügte hinzu, dass „[d]ie genauen wirtschaftlichen Einbußen, die mit den Flugausfällen in weiten Teilen Europas verbunden sind, [...] zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar [sind].“
Bereits am Donnerstag Mittag wurden die Flughäfen Frankfurt und Hamburg gesperrt, wenig später erweiterte die Deutsche Flugsicherung das Flugverbot auf den gesamten deutschen Luftraum. Sogar die Staatschefs der betroffenen Länder müssen auf dem Landweg ihre Dienstreisen fortsetzen. Vor allem Billigflug-Anbieter wie Easyjet, Ryanair, Air Berlin und Germanwings wird das Flugverbot hart treffen. Billigflüge nach Hamburg etwa haben wesentlich geringere Margen, als normale Flugangebote. Durch das Konzept der Low-Cost-Airlines sind diese Fluggesellschaften auf schnellere Turns, weniger Zeit am Boden und eine extrem hohe Frequentierung ihrer Flugziele angewiesen als normale Charter-Airlines. Anders als bei Flugunfällen sind Ausfälle durch ein Flugverbot nicht versichert, somit dürften die Airlinebetreiber auf dem Schaden selber sitzen bleiben.
