Merseburger Rabensage – Tradition oder Tierquälerei?
Im Vorhof von Schloss Merseburg steht ein Käfig, in welchem zwei Raben leben. Dies ist auf die Merseburger Rabensage zurückzuführen. Der Sage nach, ließ Bischof Tilo von Trotha in der Annahme, sein Diener habe ihm einen Ring gestohlen, diesen hinrichten. Später wurde besagter Ring im Nest eines Raben wiedergefunden. Der Bischof veranlasste daraufhin, dass im Vorschloss ein Vogelbauer errichtet wurde und ließ dort einen Raben einsperren, der für den Diebstahl büßen sollte. Vor einigen Jahren erhielt der Merseburger Rabe ein größeres Gehege und eine Gefährtin. Noch immer wird wild diskutiert, ob die Käfighaltung der Raben zu vertreten ist oder bereits an Tierquälerei grenzt. Auf den Hinweisschildern vor Ort liest man, dass die Raben in Gefangenschaft geboren worden sind und nichts anderes gewöhnt sind. Inwiefern der Freiheitsdrang der intelligenten Vögel damit unterdrückt wird, bleibt jedoch unklar.
In Merseburg taucht an vielen Stellen der Rabe an Mauern, in Wappen oder auf Bildern auf. Die Raben sind also sehr eng mit der Stadt verbunden.
Anm. d. Red.: Wir haben die Rabensage aufgrund ihrer historischen Bedeutung für Merseburg und die mittelalterliche Kultur als Sehenswürdigkeit Merseburgs aufgenommen, verurteilen jedoch die beengte Käfighaltung der Raben.